Wie alles anfing Ein Freund, begeisterter und engagierter Segler, Regattasegler und Micromagicsegler erzählte mir so lange, wie toll die MM ist, bis ich selbst eine haben wollte. Naja, ihm kam zu Hilfe, dass er lediglich eine eingeschlafene Leidenschaft für Modellboote wieder aufwecken musste. Und die Segelleidenschaft war auch schon da... Bau Vor dem Segeln kommt der Bau. ;-) Da ich ja auf die Erfahrungen eines MM-Seglers zurückgreifen konnte, baute ich von vornherein einen einteiligen Kohlefasermast statt des Alumastes ein. So konnte ich auch alle Originalbeschläge nutzen, speziell den Galgen am Masttopp, der ja bei einem nachträglichen Umbau meist schon verklebt und damit unbrauchbar ist. Außerdem habe ich deshalb die Wanten von vornherein weggelassen. Laut Bauplan soll die Ruderanlenkung auf der Innenseite mit einem Gummibalg abegedichtet werden. Da dieser Gummibalg jedoch der Großschot im Weg ist und diese daran reibt, wird auf micromagic-rc-segeln.de der Tipp gegeben, den Balg gar nicht erst einzubauen. Da ich möglichst wenig Wasser im Boot haben wollte, lag mir aber daran, ihn dennoch einzubauen - also habe ich ihn außen angebaut. Ich weiß zwar nicht, wieviel Wasser ich ohne schon im Boot gehabt hätte, aber ich bin mit dieser Lösung zufrieden Schließlich ließ ich die ABS-Abdeckung der Kielbombe auch einfach weg, da sie auch eigentlich keine Funktion hat. Und den immens größeren Widerstand mit Abdeckung wollte ich dann doch nicht in Kauf nehmen... ;-) Auf dem Wasser Nachdem meine MM erstmals segelbereit war, testete ich sie am 31.12.2003 auf einem kleinen Teich auf einer kleinen unabhängigen Elbinsel. Sie schwamm aufrecht und bewegte sich erstaunlicherweise trotz lediglich hauchendem Wind erstaunlich flink. Leider nur etwa 30 Sekunden - dann reagierte sie nicht mehr auf Steuerbefehle und musste mit einem herumliegenden Ast geborgen werden. Ein bekannter Fehler war der Grund: Das Akkupack des Empfängers hat manchmal ein Kontaktproblem. Nachdem das behoben war, drehte ich noch ein paar geruhsame Testrunden Der nächste Einsatz folgte einen Tag später, am 01.01.2004 auf der Alster, im Rahmen der 1. Hamburger Eisbärenregatta. Von der Regatta gibt es einen Bericht ebenfalls auf micromagic-rc-segeln.de Leider zeigte sich hier, dass ich das Kontaktproblem wohl nicht gelöst hatte, denn hier musste ich genau deswegen die Teilnahme vorzeitig beenden. Tuning und Umbauten Nach den ersten Segel- und Ausfallerfahrungen standen dann auch schon die ersten Umbauten an der noch jungen (und aus Zeitmangel namenlosen) GER 3 an. Als erstes natürlich eine Stromversorgung, die funktioniert. Das verband ich dann gleich mit einem von außen zu betätigen Schalter - sehr bequem! Außerdem erhielt das Boot nach und nach eine Fockdirk, einen Vorliekstrecker für für das Groß und noch ein paar mehr verwirrende Leinen... Innen Das Akkupack, das anfangs bauplangemäß mit selbstklebendem Klettband auf dem dafür vorgesehenen Brett befestigt war, machte sich zum einen leider ab und zu selbstständig und sorgte zum anderen dafür, dass das Boot bei Wellengang ordentlich mit dem Bug eintauchte. Daher habe ich aus 0,5 mm dickem Alublech eine Halterung ausgesägt, die das Akkupack mit sieben schmalen Stegen umfasst und so festhält und seinerseits mit Klebeband auf dem Rumpfboden unter dem Cockpit befestigt ist. Der Empfänger blieb zunächst mit dem Klettband befestigt, aber nachdem ich nach der letzten Regatta, mit viel Wasser im Boot, das ganze Interieur auseinanderrupfen musste, steht auch für den eine ähnliche Lösung an. Außerdem hatte sich gezeigt, dass das Schotenservo nicht so kräftig war, wie es hätte sein sollen. Daher bohrte ich in den langen Servoarm zusätzliche Löcher, um den Hebel zu verkürzen. Den dadurch kürzeren Schotweg glaubte ich in Kauf nehmen zu können. Es zeigte sich jedoch, dass bei viel Wind für eine Halse die Segel wirklich weit geöffnet werden können müssen. Also war auch hier wieder ein Kompromiss nötig, aber grundsätzlich ist das Kürzen des Servoarmes (bzw. das Anschlagen der Schoten näher am Servo) kein Problem. Außen Ein weiteres Ziel war ein reckfreies Achterstag. Dazu habe ich das Bausatzmaterial durch 0,4 mm starken Stahldraht ersetzt, den ich glücklicherweise zufällig in einem Baumarkt gefunden habe. Die Einstellung erfolgt über handelsübliche Wantenspanner, von denen allerdings 2 nötig waren, da ein einzelner einen zu geringen Stellweg aufweist. Die bisher letzte und aufwendigste Maßnahme war ein neuer Baum. Die Idee bei diesem Baum war, durch eine Einstellung über ein Gewinde (ähnlich dem Prinzip des Wantenspanners) die Unterliekspannung des Groß' einstellen zu können. Ob das einen Vorteil bei der Einstellung der Segel bringt, weiß ich nicht. Das ist aber auch nicht das vorrangige Ziel, denn auch hier ist meine Bastellust wieder mit mir durchgegangen. Die Konstruktion ist einfach: Eine Gewindestange zieht den Unterliekstrecker, der, zweimal umgelenkt, an das Groß geführt wird. Die Gewindestange ragt nach hinten aus dem Baum, dadurch kann eine einfache Mutter, die sich gegen die Stirnseite des Baumes abstützt, zur Einstellung genutzt werden. Um ausreichend Reibung im Gewinde zu erreichen, zieht zusätzlich eine Feder im Baum an der Gewindestange. Um die Zugrichtung des Unter- und Achterliegstreckers in einem weiteren Bereich einstellen zu können, habe ich den Baum "unten" (da, wo vorher der Niederholer war) angeschlagen und den Baum nach hinten verlängert. So wurde auch aus dem Niederholer ein Niederdrücker. Der Niederdrücker besteht dabei aus Messing, da ich leider keine Leichtbaumaterialien da hatte, als ich das ganze Freitags abends um 22:00 h gebaut habe. Aber das wird auch noch... Allerdings hat diese Messinkonstruktion den Vorteil, dass prima zu löten war. Der Baum muss jetzt noch im Einsatz getestet werden. Ich bin mir allerdings sicher, dass es noch die eine oder andere Entwicklungsstufe dieses Systems geben wird. Nicht zuletzt, weil das ganze sicher auch noch leichter geht! Bevor dieser Baum je die Chance hatte, zu zeigen, was er kann, wurde er vom Nachfolgemodell ersetzt Dieser Baum funktioniert genauso, ist jedoch aus Kohlefaserrohr, statt aus Alu. Des weiteren ist die Gewindestange von M3 auf M2 geschrumpft. Statt des durch Baum und Gewindestange gesteckten Bolzen zur radialen Fixierung der Gewindestange ist die Stange auf einer Länge von ein paar Zentimetern plattgefeilt und dann durch einen Streifen Alu geführt, der in geeigneter Weise durch den Baum gesteckt wurde. Die Feder, die in der ersten Version aus einem Kugelschreiber stammt, ist nun eine Rückstellfeder aus einer Fernbedienung. Die hat den Vorteil, dass sie kürzer ist und einen geringeren Durchmesser aufweist. Daher passt sie in den innen schmaleren Kohlebaum. Auch hat sie an den Enden schon praktische Ösen zum einhängen. Und, ganz wichtig, es handelt sich dabei um eine Feder, die auch für Zug gedacht ist, im Gegensatz zur Druckfeder eines Kugelschreibers. Auch der Niederdrücker hat sich verändert. War die alte Version mit einem Kugelkopfgelenk auf dem Baum begestigt, hat die neue Version nur noch einen Freiheitsgrad am Baum. Dazu habe ich den einen Augbolzen eines Wantenspanners mit einem durchgesteckten Bolzen am Baum befestigt. Dazu musste natürlich ein Stück aus dem Baum herausgesägt werden, wo dann nachher der Wantenspanner hinsoll.
|