Da meine Commodore mit zwei Schrauben und einem mittigen Ruder nicht besonders gut zu manövrieren war, wollte ich ihr zwei zusätzliche Ruderblätter direkt hinter den Propellern und ein Bugstrahlruder verpassen. Die Ruder waren leicht zu realisieren, das Bugstrahlruder verlangte schon etwas mehr Aufwand. Da käufliche Bugstrahler nicht in einer Größe zu bekommen sind, die hier passen würde und ich außerdem einfach gerne eines selber bauen wollte, machte ich mich an die Konzeption. Zu Beginn hatte ich eine Konstruktion im Sinn, bei der ein Impeller im durchlaufenden Rohr arbeitet. Da in diesem Fall aber ein solches Rohr stark umgelenkt und weit in den Rumpf hätte geführt werden müssen, landete ich schließlich bei einem anderen Konzept. Commodore alias Garfield II auf dem Wasser
Becher mit Quirl Wie in der nebenstehenden Grafik dargestellt sollte also ein solcher Quirl in einem Becher rotieren, der Tunnel wird von zwei Rohren hergestellt, deren Außenkanten im Optimalfall mit der Außenkante des Bechers übereinstimmen. Nach einigen Versuchen entschied ich mich, zunächst den Becher aus Messingblech zu löten. Eine exakt runde Form erhielt ich, indem ich einen entsprechend breiten Messingstreifen um eine Fotodose legte und die Enden mit einer Pfalz mechanisch verband und das ganze dann lötete. Der stumpf eingesetzte Boden wurde dann ebenfalls mit Hilfe der Fotodose eingelötet, die das dann jedoch nicht ganz unverformt überstand. Eine unter anderem versuchte aus Alu gelötete Konstruktion, die auch verschraubbar gewesen wäre, fiel mir leider wieder auseinander, als ich ganz zum Schluss noch etwas verbessern wollte und mit der Flamme etwas unvorsichtig war. ;-)
Auch der Deckel für den Becher und die Welle mit Quirl entstanden daraufhin aus Messing. Auf den Deckel lötete ich ein Messingrohr, das wiederum auf der Oberseite ebenfalls zugelötet ist, so entstand eine Lagerung sowie die Möglichkeit das ganze zu schmieren. Nachdem das ganze zusammengelötet war, klebte ich zusätzlich mit Stabilit Verstärkungsrippen an, da ich wegen der Fertigungsbedingungen von einiger Vibration und Umwucht ausgehe.
Dann setzte ich auf das ganze noch ein Alurohr, das den Motor halten sollte und machte erste Versuche im Waschbecken. Dabei stellte sich heraus, dass die dünnen Tunnel mit 5 mm Innendurchmesser nicht die ohne weiteres die Luft aus dem Becher herausließen. Ich bohrte also den Becher, der leicht gekippt eingebaut werden sollte, an seiner später höchsten Stelle an und klebte ein 3-mm-Alurohr zur Entlüftung ein. Wie sich später herausstellte, muss diese Entlüftung nach Volllaufen des Bechers wieder verschlossen werden, weil sonst auf diesem Wege wieder Luft angesaugt würde und wieder kein Schub erzeugt würde. Diese komplizierte Konstruktion ist ein Tribut an die maßstäblich kleine Tunnel.
An das Stevenrohr lötete ich auch noch ein Rohr an, an das, wie auch an das Entlüftungsrohr, ein Schlauch angeschlossen ist, der wiederum zu einem fest einbaubarem Rohr führt, so dass das eingebaute Teil gut erreichbar geschmiert und entlüfter werden kann. So präpariert verliefen dann auch die Tests im Waschbecken gut und ich entschied mich, einen anständigen Motor zu kaufen und das ganze dann einzubauen.
Strahler uneingebaut
Nach dem Einbau sieht das ganze dann so aus.
Zu erkennen ist rechts das Rohr zur Schmierung, links das zur Entlüftung. Auf den beiden Holklötzen befindet sich normalerweise noch ein Brett mit Empfänger und Fahrtregler, so dass der Strahler dann nicht mehr zugänglich ist. Daher habe ich die beiden Rohre dort oben an das Deck geschraubt, wo sie auch gut erreichbar sind. Das Entlüftungsrohr muss ja auch nach dem Einsetzen des Bootes ins Wasser verschlossen werden, da bietet es sich an, dass man gut 'rankommt. ;-) Die erste Fahrt mit dem neuen Bugstrahlruder hielt dann auch, was der Badewannentest versprochen hatte: Trotz einigen Winds war das Bugstrahlruder in der Lage, das Boot gut flott zu bewegen. Nun bin ich noch gespannt, wie lange das ganze hält - und konstruiere im Kopf schon das verbessert Nachfolgemodell...
Strahler eingebaut





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